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Ausstellung "HÖLTZERS PERSIEN // UPDATE IRAN" (18.09.2026-28.02.2027)

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Mit dem fotografischen Werk von Ernst Höltzer (1835–1911) wird ein weitgehend unbekannter kulturhistorischer und künstlerischer Schatz gehoben. In der Zusammenschau mit gegenwärtiger Fotokunst aus dem Iran zeigt sich eine überraschende Aktualität. Höltzers Fotografien und sein Lebensweg lassen uns das 19. Jahrhundert als Ausgangspunkt von heutigen geopolitischen Konflikten und Debatten verstehen. Werke von Ernst Höltzer werden begleitet durch Arbeiten von: Azadeh Akhlagi, Sonia Balassanian, Shadi Ghadirian, Tahmineh Monzavi sowie als Gast: Simon Wachsmuth.

Laufzeit der Ausstellung: 18. September 2026 bis 28. Februar 2027

Ort: Universitätsmuseum, Universitätsplatz 11 (Löwengebäude), 06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung wurde konzipiert und kuratiert von Susanne Altmann (Kunsthistorikerin) und Dirk Schaal (Leiter Zentrale Kustodie)

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung Sachsen-Anhalt.

Höltzers Persien

Höltzers Persien

Höltzers Persien

Die Ausstellung

Der Ingenieur Ernst Höltzer war von 1863 bis 1890 am Bau und Betrieb des Indo-Europäischen Telegrafen in Persien beteiligt. Bis zu seinem Tod lebte er überwiegend in der armenischen Enklave Djulfa bei Isfahan. Ab 1868 fotografierte er passioniert und systematisch seine Umgebung. Er bildete die kulturelle Vielfalt des Landes ab. Dafür wird der gebürtige Thüringer im Iran als ein Pionier der Fotokunst verehrt. Die Ausstellung verknüpft daher seine Werke als „Höltzers Persien“ mit Gegenwartskunst: „Update Iran“.

Ernst Höltzers Nachlass, einzigartig in Umfang und Qualität, gelangte 2020 als Schenkung an die Martin-Luther-Universität und wird erstmalig ausgestellt. Fast 1000 Motive zeigen das Erbe persischer und armenischer Kultur im 19. Jahrhundert. Gleichzeitig spiegeln sie den Anbruch der Moderne und geopolitische Interessenkonflikte. Beruflich war Höltzer gleichsam eingebettet in die politisch zwar indirekte, jedoch wirtschaftlich folgenreiche koloniale Vereinnahmung des Iran. In seinem Werk lassen sich bereits Ressourcenkämpfe ablesen, die sich im 20. Jahrhundert verschärften und bis heute andauern.

Dennoch glorifizierte Höltzer den technischen Fortschritt nicht. Seine Porträts und Menschenbilder zeigen Individuen auf Augenhöhe, kaum zeittypische Orientklischees.  Experimente mit Licht, Perspektive und Fotochemikalien weisen ihn bereits  als künstlerischen Fotografen aus.

Die geradezu analytische Modernität seines Blicks – auch auf Geschlechterrollen – findet Entsprechung in Inszenierungen von Shadi Ghadirian oder Azadeh Akhlagi. Diese beziehen sich kritisch auf regionale Fotografietraditionen. Schon lange vor den seit 1979 anhaltenden Repressionen entwickelte sich im Iran eine unverwechselbar starke Fotografie- und Filmszene. In der internationalen Wahrnehmung wird diese oft von machtpolitischen Krisen überdeckt. Dabei  operieren die Künstlerinnen und Künstler meist unter hohem persönlichem Risiko. Die hier präsentierten Foto- und Videoarbeiten knüpfen inhaltlich und ästhetisch an Höltzers Beobachtungen an. Das Dokumentarische tritt jedoch zugunsten von kritischer Fiktion zurück. Oder wird, wie in Tahmineh Monzavis Zyklus „Tina“, zu einem poetischen Dokument von Resilienz.

Trotz bedrückender Zustände bildet die iranische Kultur und Geschichte ein hoffnungsvolles Bezugssystem.  Mit der Kombination von künstlerischen Zeugnissen aus zwei Epochen knüpft das Projekt an zivilgesellschaftliche Diskussionen um Diversität an – eine zeitgemäße Antwort auf Vorurteile und Intoleranz.

Im September 2026 erscheint „Ernst Höltzers Persien. Von Thüringen nach Isfahan. Reiseberichte 1863–1909“ von Dirk Schaal. 2027 folgt eine wissenschaftliche Publikation zu „Höltzers Persien//Update Iran“.

Exhibition "HÖLTZER’S PERSIA // UPDATE: IRAN" (18.09.2026–28.02.2027)

The photographic work of Ernst Höltzer (1835–1911) brings to light a largely unknown cultural-historical and artistic treasure. When viewed alongside contemporary photographic art from Iran, it reveals a surprising relevance to the present day. Höltzer’s photographs and his life story help us understand the 19th century as the starting point for today’s geopolitical conflicts and debates.

Works by Ernst Höltzer are accompanied by works by: Azadeh Akhlagi, Sonia Balassanian, Shadi Ghadirian, Tahmineh Monzavi as guest artist: Simon Wachsmuth.

Exhibition dates: September 18, 2026, through February 28, 2027

Hours: Wednesday through Sunday, 1:00 p.m. to 6:00 p.m.

Christmas break: December 21, 2026, through January 10, 2027

The exhibition was conceived and curated by Susanne Altmann (art historian) and Dirk Schaal (Head of Central University Custody)

The exhibition is sponsored by the Saxony-Anhalt Art Foundation.

The Exhibition

Engineer Ernst Höltzer was involved in the construction and operation of the Indo-European Telegraph in Persia from 1863 to 1890. Until his death, he lived primarily in the Armenian enclave of Djulfa near Isfahan. Beginning in 1868, he passionately and systematically photographed his surroundings, capturing the country’s cultural diversity. For this, the native of Thuringia is revered in Iran as a pioneer of photographic art. The exhibition therefore links his works—titled “Höltzer’s Persia”—with contemporary art: “Update Iran.”
Ernst Höltzer’s estate, unique in both scope and quality, was donated to Martin Luther University in 2020 and is being exhibited for the first time.
Nearly 1,000 images depict the legacy of Persian and Armenian culture in the 19th century. At the same time, they reflect the dawn of modernity and geopolitical conflicts of interest. Professionally, Höltzer was, so to speak, embedded in the colonial appropriation of Iran—a process that, while politically indirect, had far-reaching economic consequences. His work already reveals struggles over resources that intensified in the 20th century and continue to this day.

Nevertheless, Höltzer did not glorify technological progress. His portraits and depictions of people show individuals on an equal footing, with hardly any of the Orientalist clichés typical of the time. His experiments with light, perspective, and photographic chemicals already establish him as an artistic photographer. The almost analytical modernity of his gaze—including his view of gender roles—finds a counterpart in the works of Shadi Ghadirian or Azadeh Akhlagi. These artists engage critically with regional photographic traditions. Long before the repression that has persisted since 1979, a distinctively strong photography and film scene developed in Iran. In the international perception, this scene is often overshadowed by political power struggles. Yet the artists usually operate under high personal risk. The photographic and video works presented here tie in with Höltzer’s observations both thematically and aesthetically. The documentary aspect, however, takes a back seat in favor of critical fiction. Or, as in Tahmineh Monzavi’s series “Tina,” it becomes a poetic testament to resilience.

Despite oppressive conditions, Iranian culture and history form a hopeful frame of reference. By combining artistic testimonies from two eras, the project ties in with civil society discussions on diversity—a contemporary response to prejudice and intolerance.

In September 2026, Dirk Schaal’s „Ernst Höltzer’s Persia: From Thuringia to Isfahan. Travel Accounts 1863–1909“ will be published. A scholarly publication on *Höltzer’s Persia//Update Iran* will follow in 2027.


Schlüsselbund Hallesche Museen: 1 x zahlen – 11 x sparen
Eine Aktion des Museumsnetzwerks Halle (2026/27)

Schlüsselbund 2026/27

Schlüsselbund 2026/27

Schlüsselbund 2026/27

Mit der Gemeinschaftsaktion „Schlüsselbund Hallesche Museen“ bieten die halleschen Museen ein Kombiticket mit Gewinnchance. Sie zahlen beim Besuch des ersten Museums den vollen, bei jedem weiteren Museumsbesuch den ermäßigten Eintrittspreis.

Wie können Sie mitmachen? Fragen Sie beim ersten Museum nach der Schlüsselkarte und sammeln Sie bei den weiteren beteiligten Museen die Schlüssel-Aufkleber. Wenn Sie alle Schlüssel gesammelt haben, geben Sie die Karte bitte bis zum 30. April 2027 in einem der Museen ab. Sie erhalten dann im Mai 2027 den Goldenen Schlüssel des Museumsnetzwerkes. Mit diesem besuchen Sie kostenlos ein Jahr lang die Museen des Museumsnetzwerks.

Die Aktion gilt für alle Dauer- und Sonderausstellungen der beteiligten 12 Museen: Beatles Museum – DB Museum, Standort Halle (Saale) – Franckesche Stiftungen zu Halle – Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) – Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) – KUNSTHALLE ”Talstrasse“ – Landesmuseum für Vorgeschichte – Salinemuseum Halle – Stadtmuseum Halle – Händel Haus – Universitätsmuseum (Zentrale Kustodie) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Laufzeit: 1. Juni 2026 bis 30. April 2027

Preisverleihung: Internationaler Museumstag 2027

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